Digitalisierung?

„Huuuuuh“! In nahezu jedem Gespräch saust es um die Ecke, das Gespenst der Digitalisierung, und sorgt für Verwunderung, hochgezogene Augenbrauen, Euphorie, aber auch Angst.

Ganz ehrlich: So schnell wird sich nicht alles ändern. Dafür sorgen wir schon selbst. Natürlich geistern Visionen herum, was nicht alles möglich sein wird, vom ewigen Leben bis zum Schlaraffenland, wo uns die artifiziellen Hühner in den Avatar-Mund fliegen und alles gut wird. Blockchains lösen das Geld ab, Beziehungen werden tokenisiert, die Umwelt wird auch gerettet und so weiter.

Die Realität sieht so aus: Im Waldviertel funktioniert das Internet nicht. Ärzte verschreiben Medikamente, die nicht lieferbar sind. Wenn zwei Car Sharing Unternehmen fusionieren, bricht das pure Chaos aus. Amazon liefert viermal das gleiche Buch. Und wenn man heiraten will, muss man Urkunden vorlegen, die nachweisen, dass man irgendwann vor vielen Jahrzehnten in einem südamerikanischen Bergdorf die Ehe geschlossen hat, die inzwischen von einem österreichischen Bezirksgericht wieder geschieden wurde.

Und das sind nur meine persönlichen Erfahrungen.

Damit kein Missverständnis aufkommt: Ich freue mich auf den Tag, wo das alles schnell und effizient gehen wird. Aber der wird nicht morgen sein. Und wenn nicht morgen, dann übermorgen. Oder zumindest irgendwann.

Und Angst braucht man definitiv keine haben!